Stellungnahme des MGW zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Versorgungsstruktur wird weiter begrenzt und in der Existenz bedroht
20.04.2026
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat am Freitag einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) vorgelegt.
Die Neuregelung der GKV-Ausgaben betrifft nicht nur Versicherte, sondern auch Leistungserbringer. Als anerkannte Einrichtungen des Müttergenesungswerks zählen unsere DRK-Zentren für Gesundheit und Familie auf Amrum, Pellworm und in Plön zu den gemeinnützigen Kliniken im Bereich der Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter. Der finanzielle Spielraum ist bereits knapp. Die Versorgungsstruktur wird durch die Vorschläge des Referentenentwurfs weiter begrenzt und in der Existenz bedroht.
Obwohl die Beschränkung der GKV-Ausgaben einen umfassenden Sachverhalt mit weitreichenden Konsequenzen betrifft, hatten Organisationen kaum Zeit, darauf zu reagieren. Bis gestern, 9 Uhr wurden Verbände und Organisationen um ihre Stellungnahme gebeten. Am Nachmittag sollte eine Erläuterung des Referentenentwurfs erfolgen.
Das Müttergenesungswerk, zu dessen Netzwerk unsere Kliniken zählen, hat zum Referentenentwurf des BMG Stellung genommen:
Magische Sonnenaufgänge über unserer Kurklinik in Plön
Ein besonderer Start in den Tag: Am 9. April 2026 zeigte sich der Himmel über unserer Mutter-/Vater-Kind-Klinik in Plön in den Morgenstunden von seiner schönsten Seite. Leuchtende Rot- und Orangetöne spiegelten sich im Wasser und tauchten die ruhige Umgebung in eine warme, fast magische Stimmung.
Dieser beeindruckende Sonnenaufgang erinnert uns daran, wie wertvoll Momente der Ruhe und Erholung sind – genau das, was wir unseren großen und kleinen Gästen während ihrer Kur ermöglichen möchten. Ein Tag, der so beginnt, kann nur gut werden.
Foto: Mirja Priester
Warum Gesundheit auch eine Frage der Gleichberechtigung ist
Gesundheit ist kein Zufall – sie hängt stark davon ab, wie wir leben, arbeiten und Verantwortung tragen. Für Eltern bedeutet das: Wer im Alltag mehr Sorgearbeit übernimmt, trägt oft auch ein höheres gesundheitliches Risiko.
Ungleich verteilt – auch die Belastung
Sorgearbeit ist ein zentraler Faktor für Gesundheit. Gleichzeitig ist sie in vielen Familien ungleich verteilt. Besonders Mütter übernehmen häufig den größeren Anteil an Betreuung, Organisation und emotionaler Verantwortung.
Diese ungleiche Verteilung wirkt sich direkt auf die Gesundheit aus – denn Mehrfachbelastungen, Zeitdruck und hohe Erwartungen erhöhen das Risiko für körperliche und psychische Beschwerden.
Gesundheit braucht faire Rahmenbedingungen
Gesundheit entsteht nicht nur durch individuelles Verhalten, sondern auch durch gesellschaftliche Strukturen. Dazu gehören:
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Zugang zu Gesundheitsangeboten
- und die Anerkennung von Sorgearbeit
Fehlen hier passende Rahmenbedingungen, wird es für viele Eltern schwer, langfristig gesund zu bleiben.
Eltern-Burnout: Warum wir genauer hinschauen sollten
Viele Eltern kennen das Gefühl, ständig erschöpft zu sein. Zwischen Familie, Beruf und Alltag bleibt kaum Zeit für sich selbst. Der Begriff „Eltern-Burnout“ scheint dafür eine schnelle Erklärung zu liefern – doch so einfach ist es nicht.
Eltern-Burnout: Ein Begriff, viele Realitäten
„Eltern-Burnout“ fasst unterschiedliche Belastungen zusammen – und genau darin liegt die Herausforderung. Denn Mütter und Väter sind nicht gleich betroffen. Sie erleben Stress, Erschöpfung und Überforderung unter unterschiedlichen Bedingungen und reagieren auch unterschiedlich darauf.
Eine differenzierte Betrachtung ist deshalb wichtig: Wer ist besonders belastet? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Und welche Unterstützung wird wirklich gebraucht?
Stellungnahme des Müttergenesungswerks zum Bundeshaushalt
Bundeshaushalt 2026: Die Gesundheit von Sorgearbeit Leistenden hat keine Priorität
Berlin, 18. Dezember 2025. Das Müttergenesungswerk (MGW) zeigt sich enttäuscht über die im Bundeshaushalt 2026 vorgesehenen „Zuschüsse für die überregionalen Einrichtungen des Deutschen Müttergenesungswerkes“. Die bereitgestellten 4,6 Millionen Euro sind angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes ausdrücklich zu würdigen. Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten: Die vorgesehenen Mittel reichen bei Weitem nicht aus, um den erheblichen baulichen Investitionsbedarf der gemeinnützigen Kliniken im Müttergenesungswerk zu decken. Sie liegen sogar unter dem Niveau des Haushaltsjahres 2025. Damit bleibt der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch, die Kliniken des Müttergenesungswerks langfristig und verlässlich zu unterstützen, unerfüllt.
Der Eindruck, der dadurch entsteht, ist problematisch: Unbezahlte Sorgearbeit und die Gesundheit der Menschen, die sie leisten, haben weiterhin keine ausreichende Priorität. Denn die Bundesmittel für die Kliniken im Müttergenesungswerk kommen schließlich der Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen zugute, die in die stationären medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Müttergenesungswerk kommen. Bereits heute können viele Sorgearbeit Leistende, die auf diese Gesundheitsleistung angewiesen sind, diese nur eingeschränkt oder mit langen Wartezeiten in Anspruch nehmen, da die Platzkapazitäten in den Kliniken nicht ausreichen. Die Betroffenen werden mit ihren hohen Belastungen und den daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen allein gelassen – obwohl eine vorausschauende und angemessene Bundesförderung genau hier wirksam ansetzen könnte.

